IRONMAN Kärnten

Letztes Wochenende war das Highlight der heimischen Triathlonszene: Der IRONMAN in Klagenfurt, wo für viele Profi- und Hobbyathleten schon Träume in Erfüllung gingen!!

Auch das WET schickte 5 Akteure bei diesem Hitzebewerb (37°C !!) ins Rennen. Und toll für unsere kleine Gruppe war, dass viele Freunde, Familie und WET-Trainingspartner und Kollegen sie stimmgewaltig anfeuerten und bis zum Schluss an der Strecke blieben.

Eine Topplatzierung errechte unser neuer slowenischer Profi David Plese. Er finishte als 5ter (!!) in einer Wahnsinnszeit von 8h30min und brachte unsere Farben ins TV!! Von ihm wird man in Zukunft auf jeden fall noch einiges auf der internationalen Bühne hören.

Nun zu den persönlichen Eindrücken unserer Age-grouper:

 

 

 

Martin Lauber
Gut vorbereitet durch Coach Geri und somit in freudiger Erwartung ohne Neo ins warme Nass zu dürfen war das Schwimmen sicher eines der Highlights des Rennens. Anfangs im Aufwärmtempo bis ca. zur Hälfte der Strecke um nicht unnötig viel Körner zu verschießen, zog das Feld gefühlt in der zweiten Hälfte etwas an; im Lendkanal getragen durch die vielen Zuseher dann ein ordentliches Tempo: bei den vielen Wasserpflanzen hätte man sich auch an diesen ziehend fortbewegen können...
Die erste der beiden Radrunden mit 34,6 km/h Schnitt ganz ordentlich begonnen, ab km 80 Magenprobleme + wurde die Hitze immer spürbarer: daher keine Aufnahme von Riegeln und Iso mehr.
Leider läuft auch der stärkste Motor nicht ohne Treibstoff, daher in der 2ten Radrunde ein elendiger 28,9 km/h Schnitt mit beginnenden Muskelschmerzen in den Beinen aufgrund Energiemangel.
In Summe dennoch akzeptabel mit 31,8 km/h über die 180 km und 1800 Höhenmeter.
Auf der Laufstrecke dann erstmal 3,5 km gehen um die Magenkrämpfe loszuwerden, in Folge dann teils wieder Besserung. Die Beste Idee seit Jahren war es jedenfalls ein altes Geschirrtuch mit auf die Laufstrecke zu nehmen: in Wasser getränkt/ mit Eis befüllt und um den Hals gelegt sorgte es die ganzen 42 km für akzeptable Kühlung.
Leider erholte sich meine Beinmuskulatur nicht mehr zudem bin ich noch nie einen Marathon gelaufen was in einer Laufzeit von über 5:30 resultierte. Limitierend war jedenfalls aber nicht die Kondition sondern die Energieversorgung.
Etwas stolz bin ich also nicht nur über das Finishen des Rennens mit diesen Bedingungen als auch auf die Tatsache dass ich in keinem Moment - auch nicht mit sich abzeichnenden Leistungsverlust schon beim Radfahren und Magenkrämpfen am Beginn der Laufstrecke - auch nur eine Sekunde an ein Aufgeben gedacht habe - auch die obligatorische Frage nach "Warum tu ich mir sowas immer wieder an und zahl' auch noch ein Vermögen dafür?" kam die ganzen 12h 42min nicht auf.

Fazit: schön dabei gewesen zu sein, froh dass gut überstanden, eine weitere Langdistanz wird es aber für mich nicht mehr geben
Achja: nach langem Suchen nach einer offenen Tankstelle gab es auch wieder mein after-Race-Leberkässemmerl - unbeschreiblich gut!

Hier gibts das Video zu meinem Bikesplit!

 

Jürgen Reisinger

Die Woche vor dem IM war geprägt vom Studieren der Wettervorhersagen verschiedenster Quellen um doch auf irgendeiner Website einen Funken Hoffnung auf Abkühlung für den Wettkampftag zu entdecken. Leider erfolglos. Trotz intensivem Austausch der Wet-Athleten mussten wir der kommenden Hitzeschlacht hilflos entgegensehen.

Die Tage zuvor waren schon der Horror – die Nächte waren kurz, da die Temperaturen gegen 23 Uhr noch immer bei 26°C lagen und so einen erholungsreichen Schlaf verhinderte. Doch da musst jeder der 2400 Teilnehmer durch.

Rennbesprechung am Samstag

Wie schon vermutet, wurde aufgrund der sehr hohen Wassertemperaturen erstmals in der Geschichte des IM Austria ein Neoprenverbot verhängt. Für mich und viele andere Athleten war dies eine korrekte und richtige Entscheidung. Ich sah diese Entscheidung auch als einen gewissen Vorteil für mich, da ich so wahrscheinlich dem Gerangel entgehen konnte.

Wettkampftag

Tagwache war bereits um 4:00 Uhr und nach einem kurzen Frühstück und jeder Menge Kribbeln im Bauch ging es um 5:45 Uhr mit den Wet-Kollegen Jürgen, Martin und Harald los zur Wechselzone, um nochmals die Wechselbeutel zu checken, Laufräder aufzupumpen und sich nochmals die Laufwege einzuprägen. Die Wechselzone selbst war klar strukturiert und sollte kein Problem darstellen. Temperaturprognose: 36°C im Schatten!!!

Schwimmstart

Nach kurzem Einschwimmen versuchte ich noch einen guten Platz ganz vorne am Wasser zu bekommen, was mir auch gelang. Ich hatte mir den Schwimmstart irgendwie dicht gedrängter vorgestellt, aber es war wirklich kein Problem ganz nach vorne zu marschieren Leider hatte ich zu diesem Zeitpunkt schon die Wet-Kollegen aus den Augen verloren und sollte sie erst beim Laufen wiedersehen.

Das Schwimmen selbst verlief aus meiner Sicht sehr gut. Ich kam von Beginn an gut weg und schwamm meinen Rhythmus im abwechselnden 2er Zug bis zur ersten Wendeboje. Nachdem ich noch nie so eine lange Distanz ohne Neo geschwommen bin, fühlte ich mich doch etwas unsicher und beschloss erst auf der zweiten Hälfte – wenn überhaupt noch möglich – schneller zu schwimmen. Wie sich im Nachhinein herausgestellt hat, war ich doch etwas zu verhalten unterwegs – dafür aber noch voller Energie für das bevorstehende Radfahren.

Radfahren

Die ersten 2 Stunden war ich mit essen und trinken beschäftigt und nahm etwas Tempo raus. Bei den ersten Anstiegen begann ich schon den Kopf mit Wasser zu kühlen – die Temperaturen stiegen schon gewaltig. Die erste Runde verging wie im Flug, ich fühlte mich sehr locker und auch der Magen machte keine Probleme. Auf der zweiten Runde versuchte ich das Tempo minimal zu verschärfen, jedoch nicht zu übertreiben. Auch das gelang sehr gut. Die Hitze war nun am Höhepunkt und die Intervalle wo ich „kaltes“ Wasser über meinen Kopf schüttete immer kürzer. Der so gefürchtete Rupertiberg stellte kein Problem dar und somit ging es mit etwas gedrosseltem Tempo retour nach Klagenfurt.

Laufen

Das Gefühl auf die Laufstrecke zu gehen war unbeschreiblich. Ich fühlte mich sehr locker und kam gut aus der Wechselzone. Nach kurzer Zeit fand ich dann auch schon einen Laufpartner aus England mit dem ich dann die ersten 5 km locker dahinlief. Nach der zweiten Labestelle merkte ich leider, dass ich das geplante Tempo nicht halten kann und drosselte mein Tempo auf 5:30 km/min. Die Strecke nach Krumpendorf war der Horror – weit und breit war kein bisschen Schatten in Sicht und mein Körper begann sich immer mehr zu erhitzen.

Zum Glück waren die Anwohner entlang der Strecke so hilfsbereit und legten Wasserschläuche für uns bereit um etwas Kühlung für die schon deutlich angeschlagenen Läufer zu sorgen. Dieses Angebot nahm ich bei jeder Gelegenheit an und lies Unmengen von kaltem Wasser über meinen Kopf laufen. Die Helfer und Zuseher waren hier wirklich genial – auch viele Kinder bespritzten die Athleten und reichten uns Schwämme.

Ab Kilometer 17 wusste ich, dass sich eine Zeit unter 11 Stunden leider nicht mehr ausgehen würde und somit galt es nur mehr heil und ohne Kreislaufkollaps ins Ziel zu kommen. Es war unglaublich wie viele Läufer gehend oder sich übergebend auf der Laufstrecke zu sehen waren. Mit dem Willen zu finishen kämpfte ich mich in die Innenstadt und wieder in die „Hitzehölle“ nach Krumpendorf. Keine Ahnung wie es mir gelang, aber irgendwie trugen mich meine Beine ins Ziel – wo ich mir fest vorgenommen hatte NIE wieder einen IM zu bestreiten! Ich glaube, dass war der Sauerstoffmangel, welcher mich zu diesem Gedanken bewog ;-)

Resümee:

Der härteste Ironman den Österreich jemals gesehen hat!

Ein unvergesslicher Tag in meinem Leben!

 

Jürgen Koch

Gut vorbereitet und voll Motivation war ich schon am Donnerstag in Klagenfurt. Schon die Tage vorm Bewerb waren ein tolles Erlebnis - vor allem Dank der zahlreichen Supporter die uns begleitet haben! Da alle Starter quasi im gleichen Hotel waren wurde natürlich eifrig getüftelt und gefachsimpelt...mehrmals täglich wurde die Wettervorhersage gecheckt und die Prognosen versprachen eine Hitzeschlacht. Als dann auch noch am Samstag ein Neoverbot ausgesprochen wurde war klar, dass der erste Ironman nicht unbedingt bei einfachen Bedingungen stattfinden sollte. Da waren dann am Start schon die Zeitziele im Hintergrund, und ein sauberes Finish ohne grössere Probleme waren das Ziel!

Das Schwimmen ohne Neo war echt super...ich hatte obwohl ich relativ weit vorne stand gleich viel Platz und die erwarteten Schlägereien blieben aus. Das Neoverbot war absolut korrekt, mit Neo wäre es definitiv zu heiss geworden. Kurz vorm Lendkanal bemerkte ich den Flüssigkeitsverlust aufgrund des warmen Sees und der bereits recht warmen Aussentemperatur. So musste ich auf die Trinkwasserqualität des Wörthersees vertrauen. Im Lendkanal wars dann Gänsehaut pur...unglaublich was sich da abspielt! Allein das ist einen Start in Klagenfurt wert! Die Zeit war jetzt nicht berauschend, aber ich bin sehr locker aus dem Wasser gestiegen was schon sehr viel Wert war!

Am Rad gings dann auch ganz locker in die erste Runde...immer brav den Puls im Auge, gerüstet mit Salzstangerl am Aerolenker - brav fahren und ernähren war die Devise. In der zweiten Runde wurde es dann aber heiss, so richtig heiss und ich merkte wie ich etwas langsamer und unkonzentriert wurde...hab ich jetzt grad einen halben Riegel gegessen oder nur dran gedacht? Beim zweiten Mal am Rupertiberg wusste ich dann, dass 11-25 und keine Kompaktkurbel für mich doch schon grenzwertig waren. In der ersten Runde war es noch eine kleine Schupfn - in der zweiten Runde ein Berg :) Im Endeffekt war meine Zeit am Rad aber OK für mich!

Das Laufen war dann höllisch...so ging es mir ja gut aber ich war primär mit abkühlen beschäftigt und bin nicht ordentlich gelaufen und spätestens da wurde mir bewusst, warum es Ironman und nicht Hello-Kitty-Man heisst...irgendwie war ich mir da wohl auch mental selbst im Weg, weil gegen Ende, also die letzten 10km bin ich dann doch noch recht vernünftig ins laufen gekommen. Ob man bei einem 4:19er Marathon stolz auf einen Negativsplit sein kann wage ich aber zu bezweifeln :)

Der Zieleinlauf war dann der Wahnsinn, das kann man sich nicht vorstellen wie emotional das Finishen beim ersten Ironman ist - das muss man erlebt haben! Da wird man dann für die Qualen ordentlich entschädigt!!! Auch bei meinen Supportern und bei meinem treusten Trainingskumpanen Harry G. waren die Emotionen gross :)

Fazit: es war beinhart, schon härter als erwartet, aber es war ein extrem tolles Erlebnis...und es war definitiv nicht der letzte Ironman! Ein paar Fehler hab ich schon gemacht, aber die gehören dazu und dienen als Lerneffekt fürs nächste Mal!

 

Es war für alle Athleten, Supporter, Helfer,…. ein wahrlich heißer Tag. Aber wenn man die Bilder im Zielbereich bei der Finishline sah, kann man nur sagen, genau für diesen Moment nimmt man die Strapazen der letzen Monate in Kauf. Und jeder Athlet, der die Linie auch nur irgendwie überschreitet, mit all den Problemen während des bewerbes, egal ob es schon dunkel war,… darf nun sagen: Yes, I AM AN IRONMAN!!

Und da Eisen ja erst bei über 1500 °C schmilzt, konnte jeder finisher der brütenden Hitze auch trotzen!


BILDER gibts hier!

...und hier ein Video von Martins Bikesplit: