Ironman Austria 2016

Nach 3-maligem Dabeisein als Zuseher wars auch dieses Jahr bei mir soweit. Nachdem man in den letzten Jahren immer vor Ort war und Freunde und bekannte Tri-Gesichter anfeuerte, fragt man sich dann irgendwann, wieso startet man nicht auch selber mal bei diesem Wahnsinn. Letztes Jahr vor Ort, machten Rene und ich Nägel mit Köpfen und wir meldeten uns an; wir konnten nun fast nicht mehr aus. Ich entschied mich dann doch, das Vorhaben Sub10 ohne Trainingsbetreuung quasi ohne Personal-Coach durchzuziehen, weil ich damit bisher auch ganz gut dabei war.

So war es dann am Sonntag nach 9 Monaten Vorbereitung, teils mit längeren und harten Einheiten, manchmal fast am Verzweifeln, teils aber natürlich überwiegend mit Spaß an der Sache, soweit. Durch die neue Startform, Rolling-Start (die Athleten werden in kleinen Gruppen, je nach Schwimmstärke, ins Wasser gelassen), war das Schwimmen bis zur Wende recht angenehm, keine Schlägereien im Wasser und ich fühlte mich recht wohl im Neo. Zurück und den Weg in den Lendkanal finden war schon spannender. Die Sonne stand tief und man sah sehr wenig, so orientierte ich mich an den Bojen an der linken Seite, um irgendwie den Eingang in den schmalen Schlussabschnitt, wo schon viele Zuseher standen, zu finden. Ich erkannte beim Luftholen auch einige bekannte Gesichter.  Danke an Stefan von Wanggo, dass wir immer die Gugl zur Verfügung haben und unseren Schwimmcoach Gerry, der uns im Training ordentlich weiterbringt, sodass man die 3800m mit einer ordentlichen Zeit, in Klafu 1h03, und vor allem locker zu Ende schwimmen kann.

Nun zu dem Teil, der mir davor schon etwas Kopfzerbrechen bereitete, da auch mein Mr.T schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat ;) Angefangen von neuem Sattel, Seile, Bowdenzüge, Kurbel und Kette z.T. defekt und mussten erneuert werden und zum Schluss auch noch mein Hinterrad irreparabel. Zum Glück halfen mir da Harald und Ulli mir einem Satz Xentis aus. Meine Gedanken waren, diese 180km muss mein Rad und vor allem auch ich ohne gröbere Probleme durchhalten.

Im Rennen fand dann mein externes GPS-Gerät leider keinen Satelliten, somit wusste ich nie, wie schnell ich gerade fuhr, d.h. ich konnte sowieso nur nach Puls und Gefühl fahren. Nach 20km schloss dann überraschend Harald zu mir auf, da ich ihn im Wasser eigentlich vor mir erwartete. Mit ihm wollte und konnte ich am Rad natürlich nicht mitfahren. Als sich dann bei ca. km 60 die Oberschenkel auch schon zu Wort meldeten, meinte ein weiblicher Marshall, sie müsse mir die blaue Karte zeigen. Meiner Meinung nach war das kein Windschattenfahren, aber mit ihr diskutieren hatte sowieso keinen Sinn, Frauen haben ja eh immer recht ;-).  Lieber nicht ärgern und einfach weiterfahren. Da es dann bei km 130 auch noch stark zu schütten begann und merkbar kälter wurde, musste ich die Konzentration echt aufrecht erhalten, weil es natürlich dann nicht nur in den Kurven gefährlich wurde, außerdem wollte ich einfach nur mehr laufen und sehnte den Marathon schon herbei.

Nach 5h12 am Rad und dem kurzen Stopp in der Penaltybox, konnte ich endlich meine Laufschuhe anziehen und dann ging die Post ab. Ich hatte unerwartet echt gute Beine und musste mich zügeln nicht zu schnell anzulaufen, nicht dass dann irgendwann mal der Strom ausgeht. Mit angezogener Handbremse lief ich den ersten HM in 1h32. Nach kurzem Hochrechnen gingen sich die 10h locker aus. Ich musste mein Tempo nicht von selbst verringern, dafür sorgten dann eh die Oberschenkel, die in Krampfgefahr waren bzw. die Läufer, die dann auf der ersten Runde waren. Ich konnte Harald dann noch einholen, der schickte mich aber gleich weiter und meinte nur, lauf es heim. Ich versuchte noch irgendwie die Stimmung auf der Strecke aufzusaugen und den Zieleinlauf zu genießen, aber die geistige und körperliche Müdigkeit setzte dann schon ein. So finishte ich den Marathon in 3h12 und den gesamten Ironman in 9h39, mit dem ich beim ersten und einzigen Start sehr, sehr zufrieden sein kann. Es war ein Erlebnis, eine Freude mit vielen schönen Momenten, aber die Langdistanz ist trotzdem nicht meins. Bei den wichtigsten Personen hab ich mich schon bzw. werd ich mich noch bedanken. An dieser Stelle möchte ich einfach bei all denen, die über die Monate Geduld mit mir hatten, Rücksicht auf mich und die Trainingseinheiten genommen haben und jenen, für die ich einfach wenig Zeit hatte, bedanken.


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